Mehr als 11.000 Teilnehmer aus dutzenden Ländern – und es werden noch mehr, denn die Aktion ist zwar in Deutschland, aber noch nicht weltweit zu Ende – haben sich an der Aktion “Free Burma!” beteiligt. Mehrere Tausend Blogbeiträge sind entstanden – so viele, dass die genaue Zahl nicht festzustellen ist. Beinahe 5.000 Blogs verweisen auf die Kampagnenseite von Free Burma – allein etwa 4.000 davon erst seit dem 4. Oktober.
Die Kampagne “Free Burma!” ist damit definitiv die größte politische Aktion in der deutschen Blogosphäre überhaupt – mit einer Vorlaufzeit von weniger als zehn Tagen. Eine Aktion, die so große Aufmerksamkeit erhalten hat, dass auch konventionelle Medien sie nicht übersehen konnten: Aus mindestens zehn Staaten wurde berichtet – etwa vom Spiegel, der Süddeutschen Zeitung, dem niederländischen Volkskrant oder El Mundo aus Spanien.
Die “Free Burma!” Kampagne hat Ziele erreicht, die sie sich nie gesetzt hatte:
Wir wollen ein Zeichen für den Frieden setzen und den Menschen, die ihr grausames Regime ohne Waffen bekämpfen, unsere Sympathie bekunden.
heißt es in der einfachen Erklärung, die, in acht Sprachen übersetzt, auf der Kampagnenseite und in vielen der teilnehmenden Blogs steht. Doch “Free Burma!” dient mehr als dem reinen Selbstzweck der Teilnehmer, globale Aufmerksamkeit und Anteilnahme dienen auch dem Kampf des burmesischen Volkes, wie Ulrike Bey vom Asienhaus in Essen im Interview mit der Readers Edition ausdrückt:
FK: Denken Sie, dass die gemeinsame internationale Aktion “Free Burma” aus Bloggern, Webmastern und Forenbetreibern, die am heutigen 4. Oktober stattfindet, etwas bewirken kann?
Bey: Es ist auf jeden Fall ein überwältigendes Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Burma! Es zeigt, wie schnell und effektiv Menschen weltweit mobilisiert werden können. Natürlich werden die Generäle dadurch nicht an den Verhandlungstisch gezwungen oder der Internetzugang wieder zulassen (Die burmesische Junta hat den Internetverkehr gesperrt, d. Red.)
Aber Solidarisierung mit den Protesten, mit den Menschen in Burma ist gerade jetzt, wo das Medieninteresse bereits langsam schwindet, besonders wichtig. Das macht Mut.
Für mich und nimue als die Gründer von “Blogger for Freedom” hat diese Kampagne natürlich noch eine weitere Bedeutung, den als Geburtsstunde dieses Blogs. Wir werden, treu unseren Grundsätzen, immer wieder laut rufen “So nicht!” – ob nun Richtung Burma oder Berlin, denn Freiheit ist überall wichtig.
Den Kritikern – sowohl denen von “Free Burma!” als auch unseren in Zukunft – sei eine klare Feststellung des israelischen Bloggers tsedek zur “Free Burma!” Kampagne gesagt:
…only the uprise of the local people itself will [produce] effective results. No ‘outside power’ can help if the ‘locals’ are not supporting change themselves.
Niemand kann Menschen helfen, die sich nicht selbst helfen. Wir können nur unterstützen – aber das mit allen Möglichkeiten, die uns gegeben sind. Deshalb freuen wir uns auch, wenn du, lieber Leser, dich uns anschließen willst: Die Freiheit kann nicht zu viele Anhänger haben.