Hinweis: Morgen im Radio

März 14, 2008

Blog4BurmaMorgen um ca. 19:20 ist in der Sendung Trackback ((Trackback @ Radio Fritz)) ein kurzes Interview mit mir zu hören. Marcus Richter hat mich dafür um einen kurzen Rückblick auf die “Free Burma” Aktion ((Free Burma!)) gebeten. Außerdem habe ich kurz das Konzept von Blog4Burma erläutert und erzählt, welche Burma-Themen Blogger for Freedom behandelt.

Wer sich die Sendung anhören möchte, kann das entweder morgen zwischen 18 und 20 Uhr auf Radio Fritz oder alternativ, indem er den nach der Sendung veröffentlichten Podcast anhört.

Nachtrag: Der Podcast der Sendung ist mittlerweile online und kann hier angehört und heruntergeladen werden.


Zum Fall des gestern verhafteten Blogger Nay Phone Latt

Januar 30, 2008

Blog4BurmaGestern wurde der burmesische Blogger Nay Phone Latt in einem Internetcafé in Rangoon verhaftet ((Blogger for Freedom » Burmesischer Blogger verhaftet)). Nun scheinen sich einige der Gründe dafür zu klären.

Wie The Irrawady in einer Meldung verbreitet, handelt es sich bei dem Blogger Nay Phone Latt um einen jungen Geschäftsmann mit bürgerlichem Namen Nay Myo Latt. Latt ist nach Angaben von Irrawady der Inhaber dreier Internetcafés in Rangoon ((The Irrawady » Burmese Regime Strikes at Bloggers)), von denen zwei vermutlich identisch mit den gestern gemeldeten durchsuchten Wohnungen sind. Nay Phone Latt wurde, Freunden zufolge, bereits seit etwa einem Jahr von staatlichen Behörden observiert – und wusste augenscheinlich um die Gefahr.

Doch obwohl Nay Phone Latt auf seinem Blog vornehmlich in Romanform verfasste Beiträge über Kunst und Jugendkultur in Burma veröffentlichte ((Deutsche Welle » Birma: Prominenter Blogger festgenommen)), dürften ihm politische Inhalte auf nayphonelatt.com zum Verhängnis geworden sein. Allerdings ist Latt auch Mitglied der führenden Oppositionspartei National League for Democracy von Aung San Suu Kyi, die neben seiner Verhaftung auch eine Anklage gegen einen weiteren Dissidenten vermeldet ((freiepresse.de » Birmas Oppositionsführerin Suu Kyi trifft Parteifreunde)). Unter diesem Licht scheint die Verhaftung von Nay Phone Latt weniger ein Schlag gegen kritische Blogger als gegen die Opposition zu sein – wobei sich die Junta kaum mit derartigen Unterscheidungen aufhalten dürfte.

Doch obwohl Repressionen gegen Internetnutzer nicht zu leugnen sind, scheint es nach der Verhaftung von Nay Phone Latt keine Fluchtwelle unter burmesischen Bloggern zu geben. Diese Nachricht war gestern von verschiedenen Quellen verbreitet worden ((Mizzima News » Burmese bloggers hide from police)). Dem widerspricht unter anderem ein Statement des burmesischen Bloggers BarNyar in den Kommentaren von Blogger for Freedom ((Blogger for Freedom » Comments on “Burmese blogger arrested”)), auch konnten bisher keine Medien konkrete Namen der untergetauchten nennen. Das allerdings eine hohe Gefahr für alle besteht, die sich weiter öffentlich zur Politik der Junta äußern, ist eine nicht zu negierende Tatsache.

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Blog4BurmaBlogger for Freedom ist ein Mitglied der Blog4Burma Coalition, einer Gruppe europäischer Blogger, die sich zusammengeschlossen haben, um gemeinsam über die Lage und Entwicklung in Burma zu berichten. Die Beiträge der einzelnen Mitglieder finden sich auf den jeweiligen Blogsoder in unserem gemeinsamen Feed. Wer sich selbst beteiligen möchte, kann sich unter blog4burma [ätt] gmail [dot] com bewerben.


Burmesischer Blogger verhaftet

Januar 29, 2008

Blog4BurmaSchon in den letzten Wochen hatten sich die Anzeichen für eine verstärkte Überwachung des Internets durch die burmesischen Behörden verdichtet. Heute wurde erstmals seit der blutigen Niederschlagung der Safran Revolution im Oktober letzten Jahres ein Blogger verhaftet.

Schon vor dem gescheiterten Aufstand gegen die Junta, in dem sie eine wichtige Rolle bei der Berichterstattung spielten, lebten burmesische Blogger gefährlich. Doch seitdem ist die Situation extrem angespannt – und in den letzten Wochen verdichteten sich die Anzeichen für eine regelrechte Jagd der Polizei auf kritische Blogger. So warnte Niknayman ((Niknayman)) bereits am 20. Januar vor einem Großangriff der Junta auf die etwa 2000 Blogger der südostasiatischen Diktatur ((Committee to Protect Bloggers » Urgent message from Burmese blogger)). Er berichtete unter anderem davon, dass die Junta versuche, kritische Blogs zu cracken oder Fake-Blogs mit Namen ähnlich den als kritisch bekannten aufzusetzen. Diese Fake-Blogs würden u.a. auf Seiten mit pornographischen Inhalten weiterleiten, um so die Blogger zu diskreditieren – so auch mit Niknaymans eigenem Blog passiert.
Von anderer Seite wurde berichtet, dass die Junta die Überwachung von Internetcafés deutlich verstärkt hat und Druck auf die Inhaber ausübt, einen strengen Verhaltenskodex zu beachten. Da viele Blogger diese Cafés nutzen, um ihre Texte zu verbreiten, eine große Gefahr für burmesische Bürgerjournalisten.

Nun wurde mit Nay Phone Latt ((Nay Phone Latt)) erstmals seit Monaten wieder ein Blogger inhaftiert ((Mizzima News » Burmese bloggers hide from police)). Er wurde in einem Internetcafé in Burmas früherer Hauptstadt Rangoon von der Polizei verhaftet, die auch zwei Wohnungen, in denen er lebte, durchsucht hat – genauso wie das Haus seiner Tante ((Burmanet News » Blogger arrested by police: friends)). Die Gründe für die Verhaftung des Bloggers, der sich selbst als “Ein Jugendlicher, verrückt nach Kunst” beschreibt und vor allem Texte über burmesische Jugendkultur geschrieben hat, sind nicht bekannt. Allerdings geht die Junta mit einer Null-Toleranz-Politik gegen kritische Autoren vor, unter den Opfern sind auch einige bekannte Schriftsteller des Landes. So ist zwar der genaue Anlass für Nay Phone Latts Verhaftung unklar, aber es wird deutlich, dass er auch symbolisch für eine ganze Reihe verfolgter Blogger steht.

Entsprechend wird auch berichtet, dass Teile der burmesischen Blogosphäre nach dieser Verhaftung in den Untergrund gegangen sind. Ein anonymer Blogger wird mit den Worten zitiert ((Mizzima News » Burmese bloggers hide from police)): “Im Moment fliehen wir [Blogger] im Kielwasser der Verhaftung von Nay Phone Latt”. Angst breitet sich aus unter den burmesischen Bloggern, die auch befürchten, nun – Monate nach der Medienaufmerksamkeit der Revolutionstage – von der internationalen Gemeinschaft übersehen und vergessen zu werden. Eine nicht unberechtigte Sorge – denn die Mainstreammedien berichten kaum noch über das Land in Südostasien. Umso wichtiger, das alternative Medien die fortwährende Krise im Fokus behalten.

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Blog4BurmaBlogger for Freedom ist ein Mitglied der Blog4Burma Coalition, einer Gruppe europäischer Blogger, die sich zusammengeschlossen haben, um gemeinsam über die Lage und Entwicklung in Burma zu berichten. Die Beiträge der einzelnen Mitglieder finden sich auf den jeweiligen Blogs oder in unserem gemeinsamen Feed. Wer sich selbst beteiligen möchte, kann sich unter blog4burma [ätt] gmail [dot] com bewerben.


Freiheit für Burma? “lange überfällig”.

Januar 26, 2008

Blog4BurmaDie Außenminister Frankreichs, Großbritanniens und der U.S.A. – Bernard Kouchner, David Miliband und Condoleezza Rice – haben anlässlich des Weltwirtschaftsgipfels in Davos ein gemeinsames Statement zur burmesischen Politik abgegeben. In dem offenen Brief der drei Außenminister an ihre Kollegen heißt es ((Jotman » UK, US, and French foreign ministers’ joint statement on Burma at Davos)):

Das jährliche Treffen des Weltwirtschaftsgipfels in Davos ist ein einzigartiges Ereignis. Kein anderer Anlass bringt so viele Führungspersönlichkeiten der Welt aus allen Bereichen zusammen. Für nun bereits mehr als drei Dekaden haben diese Treffen eine globale Plattform für Zusammenarbeit und gemeinschaftliches Handeln geboten, um Probleme anzugehen, die uns alle betreffen.

Ein solches Problem ist die dringende Nötigkeit einer Wandlung zur Demokratie und Stärkung der Menschenrechte in Burma. Die Tatsache, dass wir uns entschieden haben über diesen Fall zu schreiben – bei so vielen anderen wichtigen Fragen – sollte deutlich machen, wie wichtig es unseren Regierungen ist, die Menschen in Burma und ihr Streben nach einer friedlichen, erfolgreichen und demokratischen Zukunft zu unterstützen. Wir haben wiederholt klargemacht, dass die Situation in Burma sich so nicht fortsetzen darf und das wir besorgt bleiben, den Menschen in Burma zu helfen.

Es sind nun mehr als vier Monate vergangen, seit die Welt entsetzt war über die gewaltsame Unterdrückung friedlicher Demonstrationen in Burma. Die rund um die Welt gezeigten dramatischen Bilder der Gewalt gegen friedlich protestierende Menschen, darunter Nonnen und Mönche, waren wirklich erschreckend. Wir können es uns nicht leisten, zu vergessen. Wir müssen das burmesische Regime überzeugen, die Forderungen der internationalen Gemeinschaft zu erfüllen und die Grundrechte der burmesischen Bevölkerung zu akzeptieren.

Der UN-Sicherheitsrat hat im Oktober seine Erwartungen bekanntgegeben und diese Erwartungen am 17. Januar wiederholt. Erstens die schnelle Freilassung aller politischen Gefangenen, einschließlich Aung San Suu Kyi, und die Schaffung der Grundlagen für einen ernsthaften Dialog zwischen Regierung und Opposition. Zweitens volle Kooperation und konstruktive Vereinbarungen mit der UNO. Drittens, dass das Regime die wirtschaftlichen, humanitären und menschenrechtlichen Probleme des burmesischen Volkes angeht.
Doch auch Monate später sehen wir, dass das Regime keine dieser Forderungen erfüllt hat.

Das Regime gibt vor, seinen Plan zur Demokratisierung voranzutreiben. Aber dieser Prozess, bereits 14 Jahre alt, hat ein offenes Ende – und viele politische Schlüsselfiguren, nicht zuletzt Aung San Suu Kyi, sind davon ausgeschlossen. Es kann kaum Zweifel geben, dass nur ernsthafter und allgemeiner Austausch nationale Versöhnung und Stabilität für Burma und seine Nachbarn bringen kann. Wir rufen alle Besucher des Weltwirtschaftsgipfels dazu auf zu demonstrieren, dass, auch wenn das Regime gleichgültig gegenüber dem Leiden der Menschen in Burma ist, die Welt es nicht ist.

Wir bitten Sie, die schnellstmögliche Rückkehr des UN-Sondergesandten Gambari nach Burma zu unterstützen und das Regime zu voller Kooperation mit ihm und der UNO zu drängen. Wir fordern das Regime dazu auf, nach den Empfehlungen des UN-Menschenrechtsgesandten Pinheiro zu handeln; alle politischen Häftlinge, auch Aung San Suu Kyi, freizulassen; und einen grundlegenden, zeitgebundenen Dialog mit den demokratischen Führern und den Repräsentanten ethnischer Minderheiten zu beginnen, wie es in Aung San Suu Kyi’s Statement vom 8. November gefordert wird.

Ein geeinter Aufruf zu ehrlicher und friedlicher politischer Versöhnung und Erneuerung wird in Burma erhört werden. Wir würden unseren Werten nicht gerecht, würden wir Burmas Notlage ignorieren.

DAVID MILIBAND CONDOLEEZZA RICE BERNARD KOUCHNER

Wirklich? Würde ein gemeinsamer Aufruf der Staatsoberhäupter dieser Welt in Burma tatsächlich erhört werden? Kyaw Zwa Moe vom Nachrichtenmagazin The Irrawady zeichnet in seinem letzten Kommentar ein anderes Bild ((The Irrawady » Who can rescue Nilar Thein?)). In einem Bericht über die untergetauchte politische Aktivistin Nilar Thein kommt er zu dem Schluss, nur “Rambo” könnte die von ihrer kleinen Tochter getrennte Mutter retten.

Kyaw Zwa Moe zeigt auf, wie machtlos der UN-Sondergesandte Gambari auf seiner Mission in Burma ist:

In einem kürzlichen Interview mit dem Magazin Newsweek sagte der UN-Sondergesandte für Burma, Ibrahim Gambari: “Ich habe nicht die Mittel, das Regime zu ändern.”

Ja, ein wirklicher Regimewechsel ist schwer vorstellbar. “Es ist nicht die Aufgabe der UNO, Regimes auszutauschen”, sagte Gambari. Ja, das ist wahr.

Was ist also mit einer einzelnen, kleinen Angelegenheit: Der Freilassung politischer Gefangener, einschließlich Aung San Suu Kyi?

Gambari hat das versucht – aber wieder ohne Erfolg.

“Die Freilassung von Aung San Suu Kyi und den anderen politischen Gefangenen ist längst überfällig”, sagte der Gesandte in dem Interview.

Können Sie sich politische Versöhnung vorstellen? “Sie ist lange überfällig”, sagte Gambari. Oppositionsgruppen und die internationale Gemeinschaft haben zur Versöhnung aufgerufen, seit die Junta vor 20 Jahren die Macht übernommen hat, und besonders, nachdem Suu Kyis Partei, die Nationale Liga für Demokratie, die Wahlen 1990 mit einem Erdrutschsieg gewonnen hatte.

Gambari erscheint einmal mehr hilflos, einer der höchsten Diplomaten der Welt, aber kaum mit Befugnissen und erst recht nicht mit Drohmitteln ausgestattet, ob nun politischer oder wirtschaftlicher Art. Die U.S.A. als die einzige Supermacht der Welt gehören zu den stärksten Kritikern der burmesischen Junta, erst kürzlich verschärften sie erneut ihre Sanktionen. Doch wirkliche Bedeutung haben diese Schritte nicht.

Der großsprecherische Aufruf von Rice, Kouchner und Miliband mit dem vollmundigen Heilsversprechen, dass, sollten sich die Führer der Welt zu bösen Worten gegenüber Burma bewegen, alles besser und das Regime bald wechseln werde, ist nichts als ein Lichtblick vor den Wolkenbänken der Situation in Burma. Zwar erfreut es, zu sehen, dass bei den mächtigen Führern dieser Welt wenigstens hin und wieder ein Unrechtsbewusstsein durchscheint, aber bewirken werden diese Worte nichts.
Solange die burmesische Junta sich auf den Hunger von Russen, Indern und Chinesen nach Gas und Geld verlassen kann, braucht sie den andernorts beschäftigten Riesen U.S.A. nicht zu fürchten. Denn der wird einen Teufel tun, sich neben dem Mittleren Osten noch einen zweiten Brennpunkt zu schaffen. Zeigt doch die Politik der letzten Jahre genau in die andere Richtung: Es ist still geworden um Libyen und Nordkorea, zumindest letzteres ein Land, in dem es den Menschen sogar noch schlechter geht als in Burma.
Auf der anderen Seite bestehen vielschichtige wirtschaftliche Interessen der Nachbarländer Burmas, die sogar zur Beibehaltung der Situation beitragen dürften: China etwa profitiert von der Isolation des Landes und nutzt seine Stellung als beinahe einziger Handelspartner der Junta aus, um sich eine lukrative Position im Handel mit burmesischem Erdgas zu schaffen. Ein Umsturz wäre da alles andere als hilfreich: Das die Opposition nicht gerade positiv auf die chinesischen Freunde der Junta zu sprechen ist, dürfte den Handelsbeziehungen nicht gut tun. Zumal auch die U.S.A. oder Europa gerne an die Stelle der Volksrepublik treten würden…

Seine Erdgasvorräte und die politische Strahlkraft der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi werden Burma davor bewahren, völlig aus den Augen der Weltgemeinschaft zu verschwinden. Einerseits lauert der Westen auf einen Umsturz, um daraus wirtschaftliche Vorteile zu ziehen – andererseits lässt sich Solidarität mit der unter Hausarrest stehenden Suu Kyi immer wieder gut vermarkten. Große Worte gegen den Feind kosten nicht viel, wenn die Satzgebäude nur Potemkinsche Dörfer bilden – schön für die Medien, aber auf politischer Ebene bedeutungslos.

Ein Umschwung in der burmesischen Politik müsste also von innen heraus geschehen. Bereits zweimal haben die Burmesen in den letzten 20 Jahren die Revolution gewagt, zweimal sind sie gescheitert. Zwar lässt sich der Ausgang des Aufstandes im Oktober an Brutalität nicht mit den Massakern des Jahres 1988 vergleichen, als über 3000 Oppositionelle von der Junta ermordet wurden. Doch auch diesmal endeten die Proteste blutig – und erfolglos.
Zwei Generationen sind an dem Sturz der Junta gescheitert – und es wird auch noch eine dritte brauchen, denn die Kräfte der jetzigen sind verbraucht. Zumal es nicht zu erwarten steht, dass die Schreckensherrschaft sich selbst zerstört: Mag sein, dass die Führung alt geworden ist – General Than Shwe etwa wird in einer Woche 75 – aber davon wird sie noch nicht morsch. Allerdings könnte der Generationen-Umbruch in der Junta zu Konflikten führen, die sie destabilisieren. Sollte Than Shwe allerdings gestürzt werden oder sterben – er wird nur durch einen weiteren Diktator ersetzt werden.

Das burmesische Volk muss sich seine Freiheit selbst erkämpfen. Sie kann, wie Franklin D. Roosevelt sagte, nie geschenkt, sondern muss immer selbst errungen werden. So kann das burmesische Volk nicht darauf hoffen, von außen befreit zu werden, und die Diktatur wird auch nicht freiwillig weichen. Es gibt zwar günstigere und weniger günstigere Umstände, aber letztlich entscheidend wird der Einsatz des burmesischen Volkes sein. Die Freiheit aber zu erkämpfen, kostet – und das haben die bisherigen Aufstände in Burma mehr als deutlich gezeigt – viel Kraft. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich das burmesische Volk wieder gegen seine Unterdrücker auflehnen wird – wenn es genug Kraft dazu gesammelt hat. Ob dieser dritte Anlauf jedoch erfolgreich sein wird und auch, ob Aung San Suu Kyi ihn noch miterleben wird, ist allerdings mehr als fraglich.

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Blog4BurmaBlogger for Freedom ist ein Mitglied der Blog4Burma Coalition, einer Gruppe europäischer Blogger, die sich zusammengeschlossen haben, um gemeinsam über die Lage und Entwicklung in Burma zu berichten. Die Beiträge der einzelnen Mitglieder finden sich auf den jeweiligen Blogs oder in unserem gemeinsamen Feed. Wer sich selbst beteiligen möchte, kann sich unter blog4burma [ätt] gmail [dot] com bewerben.


Blog 4 Burma: Gemeinsamer Feed

Dezember 9, 2007

Blog4BurmaBlog 4 Burma ((Blog 4 Burma)) ist ein gemeinsames Blogprojekt von Bloggern aus ganz Europa mit dem Ziel, die politische Situation in Burma auch nach der Free Burma! Aktion im Fokus der Blogosphäre zu halten. Da alle Beiträge auf den jeweiligen Blogs veröffentlicht sind, haben wir nun einen gemeinsamen Feed, um immer die Übersicht zu behalten.

Das Projekt Blog 4 Burma ist der Versuch, einzelne Anstrengungen um das Thema zu bündeln und durch gemeinsames Auftreten größere Aufmerksamkeit zu erhalten. Der internationale Ansatz hat dazu geführt, dass aktuell Blogger aus Deutschland, Österreich, Frankreich und Andorra mitschreiben – wobei Thomas ((Zogam nuam)) sogar aus Burma stammt.
Alle Beiträge werden jeweils von den Autoren auf ihrem eigenen Blog veröffentlicht – in drei verschiedenen Sprachen, Deutsch, Französisch und Englisch. Dabei den Überblick zu behalten fällt nicht leicht. Deshalb gibt es nun einen gemeinsamen Feed, der ausschließlich Texte über Burma enthalten wird. Es dürfte eine der wichtigsten deutschsprachigen Quellen über akutelle burmesische Politik überhaupt werden.
Unser Ziel ist es, mit diesem Feed allen, die sich für die Lage in Burma interessieren, die Möglichkeit zu geben unsere Beiträge zu verfolgen. Gleichzeitig hoffen wir natürlich, auch noch weitere Autoren für die “Blog4Burma Coalition” zu finden. Jeder, der sich für das Thema interessiert ist zu diesem Projekt herzlich eingeladen.

Was kann ich tun?

  • Schreibe eine Mail an blog4burma [at] gmail [dot] com und beteilige dich als Autor an Blog4Burma.
  • Du hast kein Blog, möchtest dich aber dennoch an Blog4Burma beteiligen? Du kannst auch gerne auf Blogger for Freedom schreiben – bitte nutze unser Kontaktformular.

RSF-Preise für Democratic Voice of Burma und Kareem Amer

Dezember 7, 2007

Vor zwei Tagen haben die “Reporter ohne Grenzen” ihre diesjährigen Menschenrechtspreise verliehen ((rsf.org: The 16th Reporters Without Borders – Fondation de France prize awarded today in Paris)). Unter den von einer 35-köpfigen Jury, in der auch Sabine Christiansen saß, gekürten Preisträgern waren auch der Fernseh- und Radiosender Democratic Voice of Burma und der ägyptische Blogger Kareem Amer.

Blog4BurmaDemocratic Voice of Burma ((Democratic Voice of Burma: Offizielle Seite)) erhielt den Preis als bestes Medium hauptsächlich für seine Rolle während der gescheiterten “Safran”-Revolution Ende September ((Reporter ohne Grenzen: Preisträger 2007)).
Die “demokratische Stimme Burmas” wurde 1992 von burmesischen Auslandsstudenten gegründet, welche die Massaker von 1988 überlebt hatten. Mit wachsendem Erfolg und immer professionelleren Strukturen bildete DVB schon bald eine der wenigen unabhängigen Nachrichtenquellen in Burma, seit 2005 wird auch Satellitenfernsehen gesendet – mit, wie sich die Organisation erhofft, zig Millionen Zuschauern. Es ist der erste und einzige freie Kanal in burmesischer Sprache ((Wikipedia: Democratic Voice of Burma)).

Während der Demonstrationen und ihrer blutigen Niederschlagungen sendete Democratic Voice for Burma als eines von wenigen Medien unzensierte Bilder aus dem Land, die dort von Untergrund-Korrespondenten aufgenommen wurden. Zusammen mit Bloggern wie ko htike ((ko htike’s prosaic collection)) hatten sie damit maßgeblichen Anteil an der internationalen Aufmerksamkeit, die der Revolution, anders als 1988, zuteil wurde.
Geleitet wurde und wird Democratic Voice of Burma dabei von vier Leitsätzen (( Birma News United: Congratulations)), die zu erfüllen die Macher sich zum Ziel genommen haben:

  • die Bereitstellung von genauen und unparteiischen Neuigkeiten für die Menschen von Myanmar
  • die Förderung von Verständnis und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen Myanmars
  • die Unterstützung und Stärkung der unabhängigen öffentlichen Meinung und die Ermöglichung sozialer und politischer Auseinandersetzungen
  • die Übermittlung von demokratischen Ideale und Menschenrechten für die Menschen von Myanmar

Idealen, die mit der Preisverleihung von den Reportern ohne Grenzen geehrt werden.

Free Kareem!Ein weiterer Preisträger bei der 16. Verleihung des Awards ist der ägyptische Blogger Kareem Amer ((Blogger for Freedom: Kategorie Kareem Amer)), der als Cyberdissident ausgezeichnet wurde ((FreeKareem!: Reporters Without Borders awards Kareem)). Zu verdanken hat das der 23 Jahre alte Student, der im Februar wegen Beleidigung des Islam und des Präsidenten verurteilt wurde, vor allem der Arbeit der “Free Kareem! Coalition” ((Free Kareem!)), die bereits seit seiner Inhaftierung im November letzten Jahres internationale Aufmerksamkeit für seinen Fall erregt.
In Vertretung für Kareem nahm den Preis und die damit verbundene Summe von 2500 €uro seine Anwältin entgegen – das Geld ist eine wichtige Stütze für den Inhaftierten, da er von seiner Familie verstoßen wurde und für seinen Lebensunterhalt im Gefängnis auf Spenden angewiesen ist.

Die weiteren Preisträger sind der seit 2001 inhaftierte Eritreer Seyoum Tsehaye als Journalist und als Organisation das Journalistic Freedom Observatory aus dem Irak. Mit einem Sonderpreis bedacht wurde angesichts der katastrophalen Menschenrechtslage in China acht Monate vor den Olympischen Spielen das Ehepaar Hu Jia und Zeng Jinyan.


Blog 4 Burma: Ins Gefängnis für ein Tattoo

November 22, 2007

Blog4BurmaDer burmesische Rapper G-Tone ist nach einem Konzert mehrerer Musiker in Rangoon von der Polizei abgeführt worden – weil er ein religiöses Tattoo vorgezeigt hatte.

Wie die All Burma I.T. Students’ Union mit Berufung auf den freien Radiosender Democratic Voice of Burma berichtet, hatte der Musiker während eines Konzertes vor Schülern und Studenten seinen Rücken entblößt und ein Tattoo gezeigt, dass zwei zum Gebet gefaltete Hände darstellt.

Direkt nach dem Vorfall versuchten Polizei und Feuerwehr ihn noch auf der Bühne festzunehmen, was vorerst von anderen Künstlern verhindert werden konnte, um so einen Aufstand zu verhindern. Da G-Tone allerdings direkt beim Verlassen der Bühne und noch unter den Blicken der Masse verhaftet wurde, begann diese die Polizei zu beschimpfen.
Als Reaktion darauf begannen diese, die Zuhörerschaft aus Schülern und Studenten, unter denen sich auch zahlreiche Minderjährige befanden, zu attackieren und zu verprügeln. Als weitere Musiker versuchten, einzuschreiten und die Polizei aufzuhalten, um eine Eskalation der Ausschreitungen zu verhindern, wurden auch sie getroffen, darunter weitere national bekannte Hip Hop-Größen.

Schließlich gelang es den Musikern auf Anweisung des Managers, in dessen Hotel das Konzert stattgefunden hatte, die Menge mit der Aussage zu beruhigen, dass G-Tone nicht verhaftet worden und nach hause gegangen sei, sodass die Veranstaltung vorzeitig beendet werden konnte. Über den Verbleib des Rappers sind keine Angaben bekannt.

Der Vorfall zeigt nur zu deutlich, dass in Burma auch der geringste Anlass zu gefährlichen Reaktionen der Junta und ihrer Polizei- wie Militäreinheiten führen kann. Und noch immer sind hunderte, wenn nicht tausende Regimekritiker – Mönche, Oppositionelle, Schriftsteller – inhaftiert. Genau Zahlen sind nicht bekannt – laut offiziellen Angaben sind von 2927 Verhafteten noch immer 468 im Gefangenschaft. Da diese Zahlen jedoch nur Arrestierungen vom Höhepunkt der Demonstrationen zählen, sind weit höher Zahlen wahrscheinlich. Ko htike etwa nennt einen Wert jenseits 6.000 Gefangener, die seit den Demonstrationen inhaftiert wurden.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass in Burma noch bei weitem keine Ruhe eingekehrt ist – und das die Revolutionäre weiter um das letzte bisschen Freiheit oder gar ihr Leben fürchten müssen. Zumal, da der UN-Sondergesandte Gambari in der Region wenig Unterstützung durch ASEAN, China und Co. erfährt. Ein Wandel ist nicht in Sicht – zumindest nicht zum besseren. Um so wichtiger, einen Blick auf das Land zu behalten. Denn ein Vergessen der internationalen Gemeinschaft würde für viele Regimegegner wohl nicht nur Gefangenschaft, sonder den Tod bedeuten.


Back again / Blog 4 Burma

November 21, 2007

Nachdem wir in den letzten Tagen leider Server-Probleme zu beklagen hatten, ist Blogger for Freedom jetzt wieder online. Ich hoffe, dieser Zustand hält sich jetzt lange.

Blog4BurmaIn der Zwischenzeit hat sich das Projekt Blog4Burma deutlich konkretisiert und den Betrieb aufgenommen. Insgesamt acht Blogger aus 4 europäischen Nationen haben sich zusammengeschlossen, um den burmesischen Freiheitskampf im Licht der (Blogosphären-) Öffentlichkeit zu halten. Unser Ziel ist es, mit regelmäßig auf den teilnehmenden Blogs veröffentlichten Beiträgen Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken und es “heiß” zu halten.
Im großen und ganzen sind von jedem Mitglied Beiträge im bijournalen Rhythmus geplant, ohne dabei eine straffe Ordnung einzuhalten. Damit ist es möglich, regelmäßig fundierte Beiträge aus verschiedenen Blickwinkeln und basierend auf einer großen Auswahl an Medien zu bieten, die das Thema in seiner ganzen Bandbreite abbilden sollen.

Dabei haben wir eine sehr lockere Organisationsform gewählt, weshalb es auch keine eigene Blog4Burma-Seite gibt. Das hat zur Folge, dass wir keinen gemeinsamen Feed anbieten können – falls ihr eine Lösung kennt, wäre das natürlich schön. Bis dahin werden alle Beiträge der Gruppe zum Thema mit obenstehendem Button signiert sein. Natürlich steht es jedem offen, sich an Blog4Burma zu beteiligen – eine Anfrage an blog4burma@gmail.com genügt.

Wir freuen uns über jede Anfrage und jeden Leser!

Die Teilnehmer:

Adaequat
Adicie
Birma News United
Blogeur ou ne pas blogeur
Daburna
in|ad|ae|qu|at
NewsHQ


After Free Burma

November 4, 2007

“Und es geht doch weiter!” möchte man fast rufen.

Robert
und Christiane haben ein neues Projekt entwickelt, um weiterhin langfristig auf die Lage in Burma hinzuweisen, zu informieren und aktivieren.

“Blog4Burma” heißt der Arbeitstitel, unter dem eine durchaus innovatives Werk entstehen soll, wie Christiane auf in|ad|ae|qu|at erklärt:

Viele Einzelne , welche – auf eigene Faust und mit begrenzter Kapazität – weitermachen , laufen Gefahr , Vieles und absolut parallel zu erarbeiten . Das ist gut und schön . Was aber wäre , wenn sich die Einzelnen untereinander vernetzten , quasi “ROLLEN” und “BEOBACHTUNSZONEN” übernehmen . Und ihre Wahrnehmungen und Resumées mit einem Netzwerk kurz schliessen .

Jeder Kooperierende “übernimmt” ein BEOBACHTUNGS- SEGMENT seiner Wahl | Interessen | Kompetenz und stellt seine Wahrnehmungen etwa alle 10 – 14 Tage zusammen . – AUF seinem EIGENEM BLOG .

Wer sich interessiert und ANMELDET , erhält das Passwort zu einem Gmail- Account ( bereits eingerichtet ) : Dort laufen SELBSTORGANISIERT die Nachrichten zwischen den Kooperierenden , im Google- KALENDER wird geplant und disponiert : Freiwillig , WER und WAS und WANN auf SEINEM Blog hinsichtlich Burma publiziert . Realistische FREQUENZ , etwa alle 10 – 14 TAGE .

Jemand wird die diversen postings alle 14 Tage aggregieren , ebenso sind sämtliche Kooperierenden frei , dies nach ihrem Gutdünken zu tun . Freilich hätte es wenig keinen Sinn , wenn wir im Ringelreih’n ständig das Nämliche linken .

Wer an einer Mitarbeit interessiert ist, sollte sich den ganzen Artikel bei in|ad|ae|qu|at durchlesen. Der “Call for Cooperation” geht vorerst bis zum nächsten Mittwoch, 7. November:

Wer also Interesse hat , seine Beobachtungen in das Netzwerk EINZUBRINGEN , möge sich bitte bei der angegebenen Gmail- Adresse melden und kurz das Themengebiet , Beobachtungsfeld , das er einigermassen kontinuierlich ( also alle 10 – 14 Tage ) “bearbeiten” möchte , umreissen . ( Wir führen diese Zwischenstufe als eine Art Filter ein , Spam und Quatsch aus dem Netzwerk heraus zu halten .

Wirklich INTERESSIERTEN geben wir dann das Passwort zum Gmail- Account bekannt : Das ist der rote Faden zwischen den Bloggern – und es kann schon losgehen . Heute ist Mittwoch . ||| Sagen wir mal : BITTE MELDEN melden bis Mittwoch in einer Woche , 7. 11. |||


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