Unabhängige Nachrichten aus Kenya und Afghanistan

Januar 28, 2008

Unter dem weitgehenden Schweigen der Mainstream-Medien sind die Unruhen in Kenya in den letzten Tagen wieder aufgeflammt. Wer Zeitungen liest, erfährt das nicht – Ushahidi.com dagegen berichtet aus erster Hand. Und auch aus Afghanistan kann die Gründung eines unabhängigen Nachrichtenservices gemeldet werden.

Afghan PressAuf das Projekt Afghan Press ((Afghan Press)) des Journalisten und Bloggers Nasim Fekrat ((Afghan LORD)) hatten wir bereits einmal hingewiesen ((Blogger for Freedom » Freie Presse für Afghanistan)). Mittlerweile hat es Fekrat mit Unterstützung des Teams von Mideast Youth ((Mideast Youth)) geschafft, den unabhängigen Nachrichtendienst für Afghanistan zu starten.

Nasim Fekrat ist bekannt für seine Recherchen in teilweise beinahe unzugänglichen Teilen Afghanistans und für sein Bemühen um eine freie Presse in dem kriegsgeschüttelten Land. 2005 wurde er für seine gebloggten Artikel von den Reportern ohne Grenzen mit dem Freedom of Expression Blog Award ausgezeichnet ((rsf.org » Results of the competition for best blogs defending freedom of expression)). Mit Afghan Press versucht er, seine eigenen Bemühungen zu einem landesweiten Netzwerk zu erweitern, um dadurch freie Berichterstattung aus und für Afghanistan zu gewährleisten.

Mit Texten, Podcasts und Videos auf Englisch und Farsi von verschiedenen Autoren soll dieses Anliegen nun in die Tat umgesetzt werden. Was Afghan Press dazu jedoch benötigt, sind weitere Gelder, um technische Ausrüstung und Seminare für die beitragenden Autoren zu finanzieren. Nasim Fekrat bittet daher auch um Spenden für das Netzwerk ((Afghan Press » What is Afghan Press?)).

Ushahidi.comEin Beispiel gelungener unabhängiger Berichterstattung findet sich in Kenya: Ushahidi.com ((Ushahidi.com)) gewährleistet dort eine aktuelle Coverage der landesweiten Unruhen.
Als es nach den Wahlen Ende Dezember des letzten Jahres zu erheblichen Ausschreitungen zwischen Regierungs- und Oppositionsanhängern kam, reagierte die traditionell starke kenianische Blogosphäre nicht nur mit ausführlicher Berichterstattung, sondern auch mit dem kurzfristigen Launch einer gemeinsamen Projektseite. Ushahidi.com sammelt Berichte über Ausschreitungen und Verbrechen infolge der Unruhen, aber auch Erfolge der NGO’s aus Kenya und ermöglicht so einen Überblick über das Geschehen im Land.

Die Macher des Projektes nutzen dabei die volle Breite moderner Web 2.0 Technologien. Die von Personen im Land per eMail oder SMS übermittelten Berichte werden auf einer Google Map angezeigt, neue Berichte können der eMail, RSS- oder Twitterfeed abonniert werden. Dennoch basiert der Erfolg des Projektes auf den übermittelten Nachrichten der Menschen vor Ort – und der Kooperation mit lokalen NGO’s. Denn alle eingereichten Nachrichten werden erst von Partnern vor Ort verifiziert, bevor sie auf die Seite gelangen. Ein Sicherheitsmechanismus, der besser funktioniert als bei den meisten konventionellen Medien.

Gerade jetzt, wo sich die Unruhen in Kenya von Ausschreitungen zwischen den Anhängern zweier Politiker zu einem katastrophalen Bürgerkrieg unter den verfeindeten Ethnien des Landes zu entwickeln scheinen, wächst die Bedeutung einer freien Berichterstattung aus Kenya. Schon heute wurden über 800 Menschen ermordete, 500.000 sind auf der Flucht. Umso wichtiger, dass die Situation nicht noch weiter eskaliert. Eine genaue und unabhängige Berichterstattung trägt dazu bei.


Freie Presse für Afghanistan

November 5, 2007

Journalist in Afghanistan zu sein ist ein schwieriger Job. Nicht nur, dass Gelder und Ausrüstung fehlen – wer, gerade als Einheimischer, aus diesem und für dieses Land berichten will, schwebt in ständiger Lebensgefahr. Doch gerade diese Menschen können einen Teil zu einer besseren Lage beitragen: Ein freies Volk braucht freie Informationsquellen.

Nasim Fekrat ist ein afghanischer Journalist und Blogger, der eben diesen Traum hat: Freien Journalismus in seinem Land zu etablieren. Schon heute gehört er zu denen, die aus den entlegenen und gefährlichen Gebieten Afghanistans berichten und so einen wichtigen Beitrag auch für den Friedensprozess leisten. Er schreibt auf Farsi und Englisch, produziert Podcasts mit Interviews und recherchiert teilweise in beinahe unzugänglichen Gebieten.

Als Blogger hat Nasim bereits von sich Reden gemacht: 2005 gewann er den “Freedom of Expression Blog Award” der Reporter ohne Grenzen für seine (damals noch anonymen) Bemühungen um freie Berichterstattung aus dem Krisengebiet Afghanistan.

Nun plant er, aus seinen eigenen Bemühungen ein professionelles journalistisches Online-Netzwerk zu machen, um weitergehende freie Berichterstattung zu ermöglichen. Die Seite soll es einer breiteren Gruppe der armen Bevölkerung ermöglichen, mit ihren Berichten international Gehör zu finden.
Unterstützt wird Nasim Fekrat wird er dabei von Mideast Youth, einer Gruppe, die u.a. auch die Aktionen für Kareem Amer organisiert. Ziel ist es vorerst, $1500 zu akquirieren, um eine professionelle Seite zu launchen und öffentliche Aufmerksamkeit für das Projekt zu erlangen, sodass Nasim mit seiner journalistischen Arbeit dort beginnen kann.

Spenden können via ChipIn geleistet werden:

Links:

Afghan Lord: Nasims englisches Blog
Kabuli.org: Seine Seite auf Farsi


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